21. Mai 2026

Shopify Zahlungsmethoden 2026: Der komplette Leitfaden für Deutschland

Christian Schmelzle
Christian Schmelzle Shopify Experte · E-Commerce Berater
Shopify Zahlungsmethoden 2026 – futuristische Glass-Morphism-Darstellung von Zahlungsoptionen und Checkout-Interface

Ich sehe es regelmäßig: Shop-Betreiber schalten Shopify Payments ein, fügen PayPal hinzu, und nennen das fertig. Dann wundert man sich, warum der Checkout nicht konvertiert.

Das Problem liegt nicht am Checkout selbst, sondern am Mismatch zwischen dem, was Kunden bezahlen wollen, und dem, was du anbietest. Laut EHI-Studie 2025 laufen 28,5 % aller deutschen Online-Käufe über PayPal, 25,8 % auf Rechnung und 17,3 % per SEPA-Lastschrift. Wer nur Kreditkarte und PayPal anbietet, verliert jeden vierten Kunden, der auf Rechnung kaufen will.

Gleichzeitig gibt es den anderen Fehler: zu viele Zahlungsanbieter, falsch konfiguriert, mit unnötigen Gebühren. Hier erfährst du, welche Shopify Zahlungsarten du wirklich brauchst, was sie kosten und wie du sie sinnvoll konfigurierst.

Was sind Shopify Zahlungsmethoden, Zahlungsarten und Zahlungsanbieter?

Die Begriffe werden ständig durcheinandergeworfen, und das führt zu konkreten Konfigurationsfehlern.

Shopify Zahlungsanbieter (auch Payment Service Provider, PSP) sind Unternehmen, die die technische Abwicklung einer Zahlung übernehmen: Shopify Payments, PayPal, Mollie, Stripe, Klarna.

Shopify Zahlungsmethoden oder Shopify Zahlungsarten sind die Optionen, die ein Kunde im Checkout sieht: Kreditkarte, PayPal, Apple Pay, SEPA-Lastschrift, Kauf auf Rechnung. Jede Zahlungsmethode läuft über einen Anbieter.

Shopify Bezahlmethoden ist häufig ein Synonym für Zahlungsmethoden, bezieht sich manchmal aber auch auf die Methoden, mit denen du als Händler Shopify selbst bezahlst.

Der entscheidende Punkt für die Gebührenstruktur: Nutzt du Shopify Payments, zahlst du nur Kreditkartengebühren. Nutzt du einen externen Anbieter ohne Shopify Payments, kommt ein Drittanbieter-Zuschlag dazu.

Shopify Payments: Das integrierte Zahlungsgateway für Deutschland

Shopify Payments ist Shopifys eigenes Gateway, in jedem Plan enthalten und der einzige Weg, den Drittanbieter-Zuschlag vollständig zu vermeiden.

Was ist Shopify Payments und wie funktioniert es?

Shopify Payments läuft intern über Stripe-Infrastruktur, wird aber für dich als Händler vollständig über das Shopify-Dashboard verwaltet. Kein separates Dashboard, keine zweite Gebührenrechnung. Auszahlungen gehen direkt auf dein Geschäftskonto, Rückbuchungen erscheinen im Admin, Berichte sind nativ in Shopify Analytics integriert.

Der Nachteil gegenüber Mollie oder Stripe direkt: weniger Flexibilität bei speziellen Zahlungsanforderungen. Für 90 % der deutschen B2C-Shops ist das kein Problem.

Welche Shopify Zahlungsarten bietet Shopify Payments in Deutschland?

Shopify Payments unterstützt in Deutschland aktuell:

ZahlungsartVerfügbar in DEKosten extra
Visa, Mastercard, AmexJaNein (Kreditkartengebühr)
Apple PayJaNein
Google PayJaNein
Shop PayJaNein
Klarna (Sofortkauf, Rechnung, Raten)JaJa (Klarna-Gebühr)
WeroJa (schrittweise)Nein
iDEALNein (NL)entfällt
SEPA-LastschriftNeinentfällt

Shop Pay Installments ist in Deutschland nicht verfügbar. Wer Shopify Ratenzahlung anbieten will, braucht Klarna.

Voraussetzungen und ausgeschlossene Branchen

Shopify Payments steht in Deutschland eingetragenen Unternehmen und Gewerbetreibenden offen. Du brauchst eine deutsche IBAN, eine Steuernummer oder USt-IdNr. und einen Lichtbildausweis des Kontoinhabers.

Ausgeschlossen sind Waffen, Tabak, bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, CBD, Glücksspiel und einige Finanzprodukte. Wer in Graubereichen tätig ist, sollte das vor der Einrichtung klären, nicht danach.

Shopify Payments Gebühren 2026: Was eine Transaktion wirklich kostet

Hier werden die meisten deutschen Guides ungenau. Ich zeige alle Kostenkomponenten.

Kreditkartengebühren nach Shopify-Plan

Die Kreditkartengebühren für deutsche Händler mit Shopify Payments (Jahrestarife, 2026):

PlanMonatspreisKartengebühr (DE)Drittanbieter-Zuschlag
Basic36 €/Mo.2,0 %2,0 %
Grow105 €/Mo.1,7 %1,0 %
Advanced384 €/Mo.1,5 %0,5 %
Plusab 2.300 €/Mo.1,4 %0,15 %

Die Kreditkartengebühr fällt bei Kreditkartenzahlungen, Apple Pay, Google Pay und Shop Pay an. Die oben genannten Werte sind blended rates für typische deutsche Kartennutzung.

Der Drittanbieter-Zuschlag: Was er wirklich bedeutet

Der Drittanbieter-Zuschlag überrascht fast jeden Händler, der zum ersten Mal damit konfrontiert wird. Er fällt an, wenn ein Kunde über einen externen Anbieter zahlt, z. B. PayPal, obwohl Shopify Payments aktiv ist.

Du hast Shopify Payments eingerichtet und nutzt es, und trotzdem zahlst du einen Zuschlag auf PayPal-Transaktionen?

Richtig. Der Zuschlag gilt für alle Zahlungen, die nicht über Shopify Payments selbst laufen. Shopify subventioniert die günstigeren Kreditkartengebühren über das Gesamtvolumen. Wer externe Gateways dazunimmt, teilt dieses Volumen auf.

Konkretes Beispiel: 20.000 € Monatsumsatz, 30 % PayPal-Anteil. Das sind 6.000 € über PayPal. Auf dem Basic-Plan kostet das 6.000 € × 2 % = 120 € Drittanbieter-Zuschlag pro Monat. Mit Shopify Grow (1 %) wären es 60 €. Der Grow-Plan kostet 69 € mehr, spart 60 € Zuschlag zurück, und das ist noch bevor die niedrigere Kreditkartengebühr eingerechnet wird.

Versteckte Kosten: Chargebacks, Währungsumrechnung, Klarna

Ein paar Kostenpunkte, die in keiner einfachen Vergleichsrechnung auftauchen:

Chargeback-Gebühr: 15 € pro erfolgreicher Rückbuchung, unabhängig vom Transaktionsbetrag. Das klingt nach wenig, bis du in einem Monat zehn Chargebacks hast.

Multi-Currency-Aufschlag: Shopify Payments erhebt 2 % auf Fremdwährungstransaktionen. Für Shops mit internationalem Kundenanteil ist das ein realer Kostenfaktor.

Klarna-Provision: Klarna-Transaktionen über Shopify Payments kosten mehr als Kreditkartenzahlungen. Die Provision liegt je nach Produkt (Sofort, Rechnung, Ratenkauf) zwischen ca. 2 und 6 % des Transaktionswerts. Die genauen Shopify Payments Kosten für Klarna verhandelt Klarna ab einem bestimmten Volumen individuell.

Interaktiver Gebühren-Rechner: Welcher Plan lohnt sich für dich?

Shopify Payments Gebühren-Rechner 2026

Berechne, welcher Shopify-Plan bei deinem Umsatz am günstigsten ist

1.000 € 150.000 €
Plan Monatsgebühr Kartengebühren Gesamt/Monat vs. Basic

Grundlage: Jährliche Shopify-Preise (DE, 2026). Kreditkartengebühren (blended rate): Basic 2,0 %, Grow 1,7 %, Advanced 1,5 %. Ohne Drittanbieter-Zuschlag und Klarna-Mehrkosten.

Der Rechner zeigt Kreditkartengebühren und Monatsgebühren. Für eine vollständige Kalkulation mit Klarna, PayPal und Drittanbieter-Zuschlägen lohnt sich ein direktes Gespräch.

Shopify Zahlungsarten im Detail: Was jede Methode kann und kostet

Kreditkarte: Pflicht, aber nicht genug

Visa, Mastercard und American Express über Shopify Payments sind der Ausgangspunkt. Kreditkarte bleibt trotz wachsender Wallet-Nutzung relevant, besonders für internationale Kunden und Amex-Nutzer, die tendenziell höhere Warenkörbe haben, aber auch höhere Gebühren mitbringen.

PayPal: Ohne geht es nicht

28,5 % aller deutschen Online-Käufe laufen über PayPal (EHI 2025). Das ist keine Entwicklung, die sich gerade ankündigt. Das ist der Status quo.

Shopify-spezifisch: PayPal muss separat aktiviert werden. Es ist nicht in Shopify Payments enthalten. Im Shopify-Admin unter Einstellungen > Zahlungen findest du PayPal als eigene Zahlungsart. Die Shopify PayPal Gebühren liegen bei ca. 2,49 % + 0,35 € für europäische Transaktionen, plus Drittanbieter-Zuschlag.

Wie du die Shopify PayPal Gebühren reduzierst: Shopify Payments als primäres Gateway aktivieren. Damit läuft der Zuschlag nur auf PayPal-Transaktionen. Ab ca. 50.000 € monatlichem PayPal-Volumen lohnt ein direktes Gespräch mit PayPal über Händlerkonditionen.

Apple Pay auf Shopify: Weniger Tippfehler, mehr Conversions

Apple Pay aktiviert sich über Shopify Payments automatisch. Keine App, keine separate Konfiguration. In meinen Projekten sehen wir bei Shops, die Apple Pay korrekt im Checkout platzieren, 15 bis 25 % höhere Mobile-Completion-Rates. Der Effekt ist einfach: Apple Pay schaltet die manuelle Karteneingabe auf dem Smartphone aus, und manuelle Karteneingabe ist genau der Punkt, an dem die meisten mobilen Checkouts abbrechen.

Für die vollständige Checkout-Optimierung inkl. Express-Checkout-Platzierung empfehle ich meinen Artikel zur Shopify Checkout-Optimierung.

Shop Pay: Gut für Wiederkäufer, kein Ersatz für Klarna

Shop Pay ist der beschleunigte Checkout für Kunden, die bereits in einem Shopify-Shop gekauft haben. Kundendaten sind gespeichert, der Abschluss geht schnell.

Was viele übersehen: Shop Pay Installments, also die native Shopify Ratenzahlung, ist in Deutschland nicht verfügbar. Wer Ratenzahlung anbieten will, braucht Klarna.

Klarna: Kauf auf Rechnung und Shopify Ratenzahlung

Kauf auf Rechnung hat in Deutschland 25,8 % Marktanteil, Platz zwei hinter PayPal. Das zeigt, wie stark deutsche Verbraucher auf “zuerst Ware sehen, dann bezahlen” bestehen.

Klarna bietet über Shopify Payments drei Produkte an:

  • Klarna Sofort: Sofortzahlung per Online-Banking
  • Klarna Rechnung (Pay Later): Zahlung 14 bis 30 Tage nach Kauf
  • Klarna Ratenkauf: 3, 6, 12 oder 24 Monate

Die Provision liegt je nach Produkt zwischen ca. 2 und 6 % des Transaktionswerts. Das ist mehr als Kreditkarte, aber günstiger als die Alternative: keine Rechnungszahlung anbieten und Kunden verlieren.

Für B2C-Shops mit Warenkörben über 50 € ist Klarna Rechnung fast immer eine sinnvolle Investition. Mehr dazu in meinem Artikel zur Shopify Conversion-Rate-Optimierung.

SEPA-Lastschrift in Shopify: Wer sie wirklich braucht

SEPA-Lastschrift läuft in Shopify über Mollie oder Stripe, nicht über Shopify Payments. Es lohnt sich für B2B-Shops mit Stammkunden und Dauerbestellungen, für Abonnement-Shops (über Mollie mit Shopify Subscriptions kompatibel) und bei hochpreisigen Produkten, wo Kreditkartenlimits zum Problem werden.

Für B2C-Shops mit Einzelkäufen ist Shopify Lastschrift selten notwendig. Shopify Payments plus Klarna deckt das, was die meisten deutschen Kunden wollen.

Wero: Jetzt beobachten, nicht ignorieren

Wero ist das Echtzeit-Zahlungsnetzwerk der European Payments Initiative, direkt in die Banking-Apps der Sparkassen, Volksbanken und Commerzbank integriert. In Deutschland löst es schrittweise Giropay und SOFORT ab.

Über Shopify Payments ist Wero als lokale Zahlungsmethode verfügbar. Keine Extra-Gebühr, direkte Banküberweisung in Echtzeit. Die Nutzungsrate ist noch klein, aber die Ausgangslage ist besser als bei Giropay: Wero läuft direkt in der Banking-App, nicht als Redirect. Das ist für Kunden spürbar einfacher.

Den richtigen Shopify Zahlungs-Stack aufbauen

Die Frage ist nicht, welche Shopify Zahlungsmethoden es gibt. Die Frage ist, welche Kombination für deinen Shop-Typ Sinn ergibt.

Starter-Shop bis 10.000 € Monatsumsatz

Shopify Payments aktivieren (inkl. Klarna, Apple Pay, Google Pay) und PayPal separat hinzufügen. Das ist das Setup, und mehr brauchst du nicht.

Der Drittanbieter-Zuschlag von 2 % auf PayPal-Transaktionen ist auf Shopify Basic unvermeidlich, aber bei unter 10.000 € Umsatz lohnt sich ein Plan-Upgrade noch nicht.

Was ich regelmäßig sehe: Shop-Betreiber fügen Mollie, Stripe und weitere Anbieter hinzu, “damit alle Optionen abgedeckt sind”. Das erhöht die Komplexität der Buchhaltung, ohne messbar mehr zu konvertieren.

Wachstums-Shop 10.000 bis 50.000 € Monatsumsatz

Ab ca. 23.000 € Monatsumsatz lohnt sich Shopify Grow statt Basic, weil der Drittanbieter-Zuschlag von 2 % auf 1 % sinkt. Klarna Rechnung und Ratenzahlung sollten explizit aktiviert und im Checkout prominent platziert sein.

Ab dieser Größe lohnen sich auch A/B-Tests zur Checkout-Konfiguration, besonders zu Express-Checkout-Buttons auf Produktseiten.

Für die Gesamtstrategie hilft mein Artikel zur E-Commerce-Strategie für Shopify-Shops.

Scaling-Shop 50.000 € und mehr

Hier werden Prozentpunkte teuer. Shopify Advanced (1,5 % Kartengebühr, 0,5 % Drittanbieter-Zuschlag) ist ab ca. 140.000 € Monatsumsatz günstiger als Grow, rein durch Kreditkartengebühren. Mit Drittanbieter-Einsparungen liegt der Break-even früher.

Ab ca. 50.000 € monatlichem Klarna-Volumen lohnt ein Direktvertrag mit Klarna. Für internationale Kunden (iDEAL aus den Niederlanden, Bancontact aus Belgien) ergänzt Mollie das Setup sinnvoll.

B2B-Shops: Shopify Kauf auf Rechnung mit echten Zahlungszielen

B2B ist ein Sonderfall, den Standard-Shopify-Zahlungsarten kaum abdecken.

Was B2B-Shops brauchen: Kauf auf Rechnung mit Zahlungszielen (netto 30 Tage), SEPA-Lastschrift für Dauerbestellungen, Banküberweisung als manuelle Option. Klarna Business und Billie decken das für Nicht-Plus-Shops ab. Shopify Plus hat eigene B2B-Funktionen für Kreditlimits und individuelle Zahlungsbedingungen.

Shopify Payments einrichten: Schritt für Schritt

Shopify Zahlungsmethoden Setup-Checkliste

Gehe diese Liste durch, bevor du deinen Shop für Zahlungen freischaltest.

Vorbereitung

  • Gewerbeanmeldung oder Handelsregistereintrag liegt vor
  • Deutsches Geschäftskonto mit IBAN ist eingerichtet
  • Lichtbildausweis des Kontoinhabers ist griffbereit
  • Steuernummer oder USt-IdNr. ist bekannt
  • Produktkategorie wurde auf Shopify-Payments-Ausschlüsse geprüft

Shopify Payments aktivieren

  • Shopify Admin > Einstellungen > Zahlungen öffnen
  • Shopify Payments aktivieren und Verifizierungsdaten eingeben
  • Bankverbindung (IBAN) hinterlegen
  • Auszahlungsintervall auf täglich stellen (nach Vertrauensphase verfügbar)
  • Klarna als lokale Zahlungsmethode aktivieren
  • Wero als lokale Zahlungsmethode aktivieren (falls verfügbar)

Zusätzliche Zahlungsmethoden

  • PayPal als separate Zahlungsmethode hinzufügen
  • PayPal Express Checkout auf Produktseite aktivieren
  • Apple Pay und Google Pay im Checkout-Preview prüfen
  • SEPA-Lastschrift über Mollie hinzufügen (falls B2B oder Abos relevant) Nur wenn wirklich benötigt – erhöht sonst Komplexität und Gebühren

Testing vor Go-live

  • Shopify Testmodus aktivieren und Testzahlung mit Testkreditkarte durchführen
  • PayPal-Testzahlung mit PayPal-Sandbox durchführen
  • Apple Pay auf echtem iPhone im Safari-Browser testen
  • Mobile Checkout auf 375px-Breite optisch prüfen
  • Auszahlungsadresse und Steuerdaten in Shopify Payments nochmals prüfen

Shopify Payments testen: Testkreditkarten und Testmodus

Für den Testmodus findest du im Shopify-Admin unter Einstellungen > Zahlungen den Schalter “Testmodus aktivieren”. Im Testmodus kannst du mit Testkreditkartennummern Bestellungen durchführen, ohne echte Transaktionen auszulösen.

Gängige Shopify Testkreditkartennummern:

TypNummerErgebnis
Erfolgreiche Zahlung1 (beliebig)Genehmigt
Abgelehnte Zahlung2 (beliebig)Abgelehnt
Visa (Stripe)4242 4242 4242 4242Genehmigt
Mastercard5555 5555 5555 4444Genehmigt

Ablaufdatum: beliebiges zukünftiges Datum. CVC: beliebige 3-stellige Zahl.

Shopify Payments Risiken: Konto gesperrt, Geld eingefroren

Das Thema taucht in fast keinem deutschen Leitfaden auf. Es ist aber real genug, um hier ausführlich behandelt zu werden.

Shopify Payments kann dein Konto sperren und ausstehende Gelder bis zu 120 Tage einbehalten, wenn die Rückbuchungsrate über 2 % der Transaktionen steigt, Betrugsanzeichen vorliegen, Verifizierungsdokumente fehlen oder nicht akzeptiert wurden, oder du Produkte aus der Ausschlussliste verkaufst, manchmal auch unbeabsichtigt.

Die Prävention ist geradlinig: Alle Verifizierungsdokumente beim Einrichten sofort hochladen, nicht erst nach dem ersten Traffic. Produktbeschreibungen klar formulieren, weil vage Beschreibungen das Rückbuchungsrisiko erhöhen. Rückgabebedingungen sichtbar platzieren, weil Kunden, die eine Rückgabemöglichkeit sehen, seltener eine Rückbuchung einleiten. Bei Graubereichen (CBD, Nahrungsergänzung, altersgebundene Produkte) das Thema vor dem Go-live klären.

Was im Sperrfall hilft: Shopify-Support kontaktieren und geforderte Unterlagen rasch liefern. Auf magische Lösungen warten funktioniert nicht.

Weitere typische Fehler aus meinen Projekten beschreibe ich in meinem Artikel über häufige Shopify-Fehler.

Shopify Transaktionsgebühren und Buchhaltung

Die Zahlungsgebühren sind nicht nur ein Checkout-Thema. Sie müssen buchhalterisch korrekt verarbeitet werden, und da unterschätzen viele Händler den Aufwand.

Wo findest du deine Transaktionsgebühren-Rechnung?

Im Shopify-Admin unter Einstellungen > Abrechnung. Kreditkartengebühren und Drittanbieter-Zuschlag erscheinen als separate Posten. Die Rechnungen kommen monatlich und enthalten keine deutsche Umsatzsteuer, da Shopify als irisches Unternehmen im Reverse-Charge-Verfahren abrechnet.

Transaktionsgebühren und Umsatzsteuer

Als umsatzsteuerpflichtiger Händler meldest du Shopify-Gebühren als innergemeinschaftlichen Bezug in der USt-Voranmeldung. Vorsteuer und Ausgangssteuer heben sich bei Vorsteuerabzugsberechtigung auf. Für Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug bedeutet das eine reale Steuerbelastung, die oft vergessen wird.

Sammelauszahlungen korrekt verbuchen

Shopify Payments zahlt nicht pro Bestellung aus. Es sammelt Transaktionen über mehrere Tage und überweist den Nettobetrag nach Gebührenabzug. Für die Buchhaltung muss jede Sammelauszahlung auf die einzelnen Bestellungen aufgeteilt werden.

Manuell in Excel ist das fehleranfällig und zeitaufwendig. Tools wie Lexoffice, sevDesk oder spezialisierte Shopify-Buchhaltungsapps erledigen das automatisch. Wie das in der Praxis aussieht, erkläre ich im Artikel zur Shopify Buchhaltung automatisieren.

Dein Shop hat noch Potenzial.

In meiner Shopify-Beratung analysiere ich, welche Zahlungsmethoden für deinen spezifischen Shop-Typ und deine Zielgruppe die höchste Conversion bei geringstem Gebührenaufwand bringen.

FAQ: Häufige Fragen zu Shopify Zahlungsmethoden

Shopify Payments ist das integrierte Zahlungsgateway von Shopify. Es ermöglicht dir, Kreditkarten, Debitkarten, Apple Pay, Google Pay, Shop Pay, Klarna und weitere Zahlungsarten direkt über Shopify abzuwickeln – ohne externen Zahlungsanbieter. In Deutschland fallen dabei Kreditkartengebühren zwischen 1,4 % und 2,0 % an, abhängig vom Shopify-Plan. Der entscheidende Vorteil: Du zahlst keinen Drittanbieter-Zuschlag.

Laut EHI-Studie 2025 sind in Deutschland PayPal (28,5 %), Kauf auf Rechnung (25,8 %) und SEPA-Lastschrift (17,3 %) die drei meistgenutzten Zahlungsarten. Kreditkarte und digitale Wallets wie Apple Pay und Google Pay gewinnen stark an Bedeutung. Für einen vollständigen DACH-Shop brauchst du mindestens: Shopify Payments (für Kreditkarte, Apple Pay, Google Pay), PayPal als separate Integration, und Klarna für Kauf auf Rechnung.

Shopify Payments Kreditkartengebühren in Deutschland (2026): Basic-Plan 2,0 %, Grow-Plan 1,7 %, Advanced-Plan 1,5 %, Plus-Plan 1,4 %. Dazu kommen keine Shopify-Transaktionsgebühren, wenn du ausschließlich Shopify Payments nutzt. Nutzt du externe Zahlungsanbieter (z. B. nur PayPal ohne Shopify Payments), fällt ein Drittanbieter-Zuschlag an: Basic 2 %, Grow 1 %, Advanced 0,5 %.

Ja. Das ist sogar die empfohlene Konfiguration für die meisten deutschen Shopify-Shops. Shopify Payments übernimmt Kreditkarten, Apple Pay, Google Pay und Shop Pay. PayPal wird daneben als separate Zahlungsmethode aktiviert. Der Drittanbieter-Zuschlag gilt nur für Zahlungen, die über externe Gateways laufen – nicht für Shopify Payments-Transaktionen.

Nein. Wenn du Shopify Payments als primäres Zahlungsgateway nutzt, entfällt der Shopify-Drittanbieter-Zuschlag vollständig. Du zahlst nur die normalen Kreditkartengebühren (1,4–2,0 % je nach Plan). Der Drittanbieter-Zuschlag (0,15–2 %) fällt nur an, wenn Kunden über ein externes Gateway wie Stripe oder ein separates PayPal-Gateway zahlen, ohne dass Shopify Payments aktiv ist.

Für neue Konten beträgt die Auszahlungsfrist in Deutschland üblicherweise 3–5 Werktage. Nach einer Vertrauensphase (typischerweise 90 Tage) kannst du im Shopify-Admin unter Einstellungen > Zahlungen auf tägliche Auszahlungen wechseln. Rückbuchungen (Chargebacks) können die Frist vorübergehend verlängern, da Shopify einen Reserve-Betrag einbehalten kann.

SEPA-Lastschrift ist nicht direkt über Shopify Payments verfügbar. Du benötigst dafür einen Drittanbieter: Mollie unterstützt SEPA-Lastschrift für Shopify und ist für B2B-Shops in Deutschland eine gute Option. Alternativ bietet Stripe SEPA-Debit an. Beachte: Bei Nutzung dieser Drittanbieter fällt der Shopify-Drittanbieter-Zuschlag an, sofern du keinen Shopify Advanced- oder Plus-Plan hast.

Wero ist die neue europäische Echtzeit-Zahlungslösung, entwickelt von einem Konsortium europäischer Banken als Alternative zu PayPal. In Deutschland löst Wero schrittweise Giropay ab und ist direkt in Banking-Apps der Sparkassen, Volksbanken und weiterer Institute integriert. Für Shopify ist Wero über Shopify Payments als lokale Zahlungsmethode verfügbar, sofern es in deinem Land freigeschaltet ist.

Shop Pay Installments (die native Shopify-Ratenzahlung) ist in Deutschland nicht verfügbar. Für Ratenzahlung in deutschen Shopify-Shops nutzt du Klarna: Klarna bietet über die Shopify Payments-Integration sowohl Kauf auf Rechnung als auch Ratenkauf (3, 6, 12, 24 Monate) an. Die Gebühren für Klarna-Transaktionen liegen deutlich höher als für Kreditkartenzahlungen.

Shopify behält sich das Recht vor, Konten bei Verdacht auf betrügerische Aktivitäten, Chargebacks über 2 % oder Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen zu sperren. Im Sperrfall wird ausstehende Liquidität bis zu 120 Tage zurückgehalten. Präventiv hilfreich: vollständige Verifikation aller geforderten Dokumente direkt bei der Einrichtung, klare Produktbeschreibungen, transparente Rückgabebedingungen und Vermeidung verbotener Produktkategorien.

Der Break-even zwischen Shopify Grow (105 €/Monat, 1,7 % Kartengebühr) und Advanced (384 €/Monat, 1,5 % Kartengebühr) liegt bei ca. 140.000 € Monatsumsatz – rein durch Kreditkartengebühren. Der Break-even zwischen Basic und Grow liegt bei ca. 23.000 € Monatsumsatz. Nutzt du viele externe Zahlungsanbieter, kann sich ein Upgrade früher lohnen, weil auch der Drittanbieter-Zuschlag sinkt.

B2B-Shops in Shopify brauchen vor allem: Kauf auf Rechnung mit individuellen Zahlungszielen (z. B. netto 30 Tage), SEPA-Lastschrift für Dauerbestellungen, und manuelle Zahlungsarten für Banküberweisung. Shopify Plus bietet eigene B2B-Funktionen für Kreditlimits und Zahlungsbedingungen. Für Nicht-Plus-Shops sind Apps wie Klarna Business, Billie oder manuelle Zahlungsarten mit Netto-30-Bedingungen der praktikabelste Weg.

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